Am 11. September dieses Jahres meldete der erste Hirsch, mit zwei verhaltenen Röhrern, im Grenzbereich des Naturparks Weissensee und leitete damit sozusagen die heurige Brunft ein. Heute am 23. September, die Nächte sind frisch, ist die Paarungszeit des Hochwildes in vollem Gange. Jeder der den 11 ½ Kilometer langen Weissensee kennt weiß, dass dieses Gewässer eingebettet wie ein Fjord in einer Höhe von 927 m Seehöhe liegt. Allemal spannend, fährt man gegen 21 Uhr mit einem E-Motorboot von der Brücke Richtung Osten und verharrt zwischen dem Ronacher-Fels und dem Paterzipf seemittig bis drei Uhr morgens. Schon auf der Fahrt dorthin kann man vereinzelt das brunfttypische Röhren der Hirsche, einmal von links, dann wieder von rechts vernehmen. In manchen Nächten eskalieren die Rufe jedes Einzelnen und steigern sich von 2 bis acht Einzellauten in Folge. Hört man diesen Meldungen eine Weile zu ist man bald in der Lage aufgrund der Kraft, Klangfarbe und Stimmhöhe jeden Rothirsch zuzuordnen. Hat man ein bisschen Glück, kann man von dieser Stelle aus in wenigen Stunden durchaus 20 bis 25 Hirsche kommunizieren hören.

Hüter seines Weibchens - Foto Jakob Zmölnig
Vor vielen Jahren hatte ich im schottischen Hochland mit einem dreiköpfigem Zoologenteam die einmalige Gelegenheit meine Erfahrungen, die Hirschbrunft betreffend, zu komplettieren. Der einzige Verhaltensunterschied ist, dass die Paarungszeit in diesem Land erst im Oktober und nicht wie bei uns schon im September beginnt. Aus Studien von Zeitlupenaufnahmen ritualisierter Kommentkämpfe, Tonaufnahmen welche das Röhren von Platz- und Beihirschen lückenlos dokumentierten und die enorme Bewegungsintensität vor allem der Platzhirsche lässt sich das Gesamtverhalten klar analysieren. Zuerst trennen sich die älteren, sozusagen die starken Hirsche von ihren Kollegen und suchen Kahlwild- also Weibchenrudel auf. Zwar hält der Paarungsanwärter die Tiere einigermaßen zusammen, jedoch die Wandergewalt bleibt in den Beinen des weiblichen Leittieres. Ein guter Hochlandhirsch kann innerhalb von 24 Stunden 3000 Mal seine röhrende Stimme erheben. (Im Foscarischen Tann, in Stockenboi, schaffte es ein Vierzehnender in dieser Zeit 2463 Röhr-Laute von sich zu geben!) Allein damit ist er in der Lage, sich gehörigen Respekt zu verschaffen.

Polygamie ist beiden Geschlechtern angeboren - Foto Jakob Zmölnig
Die sogenannten schwächeren Beihirsche verharren in gebührender Distanz und warten auf ihr Kopulationsglück. Dieses ist dann gegeben, gerät der Rudelinhaber mit einem gleichstarken Rivalen in einen Raufhandel. Sofort machen sich die „Halbstarken“ ans beschlagen der paarungsbereiten Damen. Diese wiederum signalisieren ihr Begehren mit gesenktem Haupt, leicht gekrümmten Rücken und etwas eingeknickten Hinterläufen. Hat sich der Platzhirsch im Kampf behauptet, der Nebenbuhler die Flucht ergriffen, kehrt der Sieger erhobenen Hauptes und gezierten Schrittes zu seinen Frauen zurück ohne zu bemerken wie viele imaginäre Hörner ihm mittlerweile aufgesetzt wurden. Bis zum Ende der Brunft können 4 Wochen vergehen und da die liebestollen Hirsche kaum etwas fressen, stark an Gewicht verlieren und sich ihre Kehlen heiser röhren, werden die schwächeren Geweihträger immer frecher, sodass schlussendlich beinahe jeder geschlechtsreife Pinsel seine Gene weitergibt.

Ohne Worte - Foto Jakob Zmölnig
So sah und hörte es
Ihr Hans Peter Sorger
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Familie Aigner
Familienhotel Kreuzwirt

Familie Cieslar
Seehotel Enzian

Familie David und
Verena Seeland
Appartement Hotel Seeland
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Mag. Martin Müller
Weissenseefisch

Cafe - Bar - Ingo
Titelfoto Jakob Zmölnig:
Ein tadelloser ungerader
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